Der Sveskript - Schweden - Blog



Aktuelles aus Schweden, über Schweden, Schwedisches in Deutschland

Angesichts der Corona-Krise habe ich beschlossen, meinen Schweden-Blog "wiederzubeleben". Da ich inzwischen für mich selbst akzeptiert habe, dass unsere geplanten Schwedenreisen diesen Sommer nicht stattfinden werden und ich weiß, dass viele Deutsche sehnsüchtig darauf warten, wieder fahren zu können, möchte ich diese Zeit ein wenig verkürzen, sozusagen "Schweden aus der Ferne".

 

Die alten Blogbeiträge werden weiterhin zu sehen sein.

 

Ich wünsche allen viel Spaß beim Lesen!

 

Christina Möllring

 

Schweden aus der Ferne...

Seit meinem letzten Blogartikel ist einige Zeit vergangen, die Situation hat sich, was Corona angeht, zumindest in Deutschland im Moment etwas entspannt, wir haben uns an die Maskenpflicht gewöhnt und uns im Alltag soweit es geht arrangiert. Dafür hat sich der Blick auf die vermeintlich entspanntere Situation in Schweden gewandelt. Inzwischen ist die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für die meisten europäischen Länder aufgehoben worden. Ausgenommen davon ist Schweden, weil die Infektionszahlen dort derzeit über der Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liegt. Daher gilt in fast allen deutschen Bundesländern eine Quarantänepflicht für Reisende aus Schweden.

 

Ich bin immer noch gelinde gesagt erstaunt, dass Schweden sich angesichts der Pandemie so anders verhalten hat als seine skandinavischen Nachbarländer, was ungewöhnlich ist. Seit Beginn des Lockdowns bei uns durchforste ich regelmäßig das Netz auf der Suche nach Fakten, Hintergründen und Meinungen zur Situation in Schweden. Ich versuche zu verstehen. Aber es will mir nur bedingt gelingen. Kürzlich habe ich einen Podcast des Spiegels zum vielzitierten "Schwedischen Weg" gefunden, der sich meiner Meinung nach wirklich lohnt. Für diejenigen, die Schwedisch verstehen, empfehle ich außerdem eine Dokumentation des schwedischen Fernsehens über die Situation in den Krankenhäusern. Die Links gibt es am Ende des Textes.

 

Nachdem mein Freund und ich immer noch vage gehofft hatten, am Ende des Sommers vielleicht doch noch nach Schweden fahren zu können, haben wir für uns gerade entschieden, dieses Jahr darauf zu verzichten. Ich weiß, rein rechtlich hätten wir jederzeit reisen können, aber als Tourist nach Schweden zu fahren, während die Schweden dazu aufgerufen waren, selbst Reisen innerhalb ihres Landes möglichst zu vermeiden, hätte ich nicht gewollt. Ich habe hier ja auch vieles, was nicht explizit verboten war, aus Rücksicht auf die Gemeinschaft nicht getan. Inzwischen ist Reisen innerhalb Schwedens auch für die einheimische Bevölkerung wieder erlaubt, aber es gilt für sie weiterhin eine Reisewarnung für Reisen ins Ausland. Außerdem dürfen sie in viele Länder aufgrund der Infektionslage noch nicht einreisen.

 

Also hoffen wir, dass sich die Situation bis zum nächsten Jahr entspannt hat und wir wieder guten Gewissens reisen können. Ich bin auf jeden Fall sehr froh darüber, dass wir im letzten Jahr vier Wochen lang in Südschweden unterwegs waren. Wir haben uns im Frühjahr einen alten Hubdachwohnwagen gekauft und wochenlang saniert. Pünktlich Ende Juli konnten wir losfahren. Damit war ein sehr lange gehegter Wunsch erfüllt. Aber das ist eine andere Geschichte...

 

Im Nachhinein sind die Erinnerungen an den August 2019 für uns noch spezieller geworden. So unbeschwert werden wir wahrscheinlich lange nicht mehr unterwegs sein. Auch wenn die Pandemie hoffentlich irgendwann Geschichte sein wird, die Ereignisse in Europa werden noch lange nachwirken. Geschlossene Grenzen, Einreisebeschränkungen, aufkeimender Nationalismus - erstaunt rieben wir uns die Augen angesichts der sich überschlagenden Ereignisse. Was vor allem erschreckte war, wie schnell die Grenzen zugingen. Ich werde wohl nie den Moment vergessen, als ich Mitte März in den Abendnachrichten Bilder der Colorline-Fähre nach Norwegen sah und der Nachrichtensprecher sagte, das Schiff würde jetzt noch genau einmal nach Norwegen auslaufen und dann dort liegen bleiben. Da wusste ich, jetzt wird es ernst. Für mich, die ich fast dreißig Jahre in Kiel gelebt habe, mit dem Rhythmus der jeden Tag nach Oslo pendelnden Fähre, war das einfach nicht greifbar. Auch wenn die Grenzen langsam wieder aufgehen und wir alle hoffen, dass das auch so bleibt, wissen wir doch um die Fragilität der europäischen Freizügigkeit, die wir für selbstverständlich gehalten hatten. Wie tief diese Verunsicherung sitzt und wie lange sie nachwirkt, werden wir sehen.

Nachtrag:

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Schweden und das Corona-Virus - Der andere Umgang mit der Pandemie

Ich habe in den letzten Wochen den „schwedischen Weg“ des Umgangs mit der Covid 19 Pandemie aus der Ferne mit gemischten Gefühlen mitverfolgt. In Schweden gibt es keinen "Lockdown", wie in den anderen europäischen Ländern, sondern eher eine Bremsstrategie. Bis heute sind Versammlungen mit bis zu 50 Menschen erlaubt, die Kitas und die Schulen bis zur 9. Klasse sind geöffnet, genauso wie Restaurants, Bars, Kinos und Fitnessstudios, wer kann, arbeitet im Homeoffice, wer sich krank fühlt, bleibt zuhause.

 

Einerseits war ich ungläubig und zuweilen erschrocken über die vermeintliche Handlungsunfähigkeit der schwedischen Regierung angesichts der Bedrohung durch das Virus, denn wir hatten alle die Bilder aus Italien vor Augen, mit dem Konvoi aus Militärlastwagen, die nachts die Leichen aus der Stadt brachten. Aber hatten wir die Bilder wirklich alle gesehen? Eine Deutsche, die in Schweden lebt, berichtete, dass die Bilder in Schweden nicht präsent waren, sie kannte sie aus dem deutschen Fernsehen. Andererseits hegte ich auch ein wenig Bewunderung für die Unaufgeregtheit der Schweden und die Gewissheit, dass es bei ihnen auch ohne Verbote gehen würde. Das konnte funktionieren, ich kannte die schwedische Mentalität von meinen Arbeits- und Studienaufenthalten in Schweden - niemals hatte ich mich so unumstößlich deutsch gefühlt, wie dort mit Anfang, Mitte zwanzig. Ich bin noch nie so oft gefühlt mit dem Kopf gegen die Wand gelaufen wie damals - teilweise etwas kopfschüttelnd und besorgt von den Schweden dabei beobachtet. In Schweden exponiert man sich nicht als Individuum, man ist es gewohnt, auf das Wohl der Gruppe zu achten - es gilt das sogenannte „Jantelagen“, das Gesetz von Jante. In schwedischen Firmen führt dies und die flachen Hierarchien dazu, dass Entscheidungen länger dauern als bei uns in Deutschland. Das ist für gewöhnlich kein Problem, denn wenn ein allgemeiner Konsens gefunden ist, wird er von allen getragen. Aber ist diese Mentalität in der Krise nicht vielleicht ein Nachteil? Braucht es in der in den letzten Wochen oft beschriebenen „Schockstarre“ in den ersten vier Wochen einer schweren Krisensituation nicht gerade eine klare Hierarchie und die Gewohnheit, Entscheidungen zu treffen, auch wenn sie nicht immer populär sind? Aber wenn das Jantelagen der Grund für den entspannten Umgang der Schweden mit dem Coronavirus ist, warum agieren dann die Dänen und die Norweger so ganz anders? Dort wurden die Grenzen, die Schulen, Kitas und Universitäten noch früher geschlossen als in Deutschland. Das "Janteloven" ist aber auch dort das oberste Prinzip im Umgang miteinander. Dann liegt es doch an etwas Anderem? Bliebe noch die fehlende Erfahrung mit Krisen im eigenen Land. Schweden hat im Gegensatz zu den Nachbarländern keine Besatzungserfahrungen während des zweiten Weltkrieges machen müssen, ist von existentiellen Krisen verschont geblieben.

Aber vielleicht ist der „schwedische Weg“ auch tatsächlich nachhaltiger als die Lockdown-Politik der anderen europäischen Länder. Wie sagte Anders Tegnell, der schwedische Staatsepidemiologe in einem Interview? Sie könnten so notfalls bis 2022 leben, ohne sich Gedanken über Lockerungen machen zu müssen. Und vielleicht relativieren sich im Nachhinein die höheren Todeszahlen in Schweden, weil die Dunkelziffer bei den Infektionen hoch ist, die Pandemie dort also schon weiter fortgeschritten ist als bei uns?

Es hat aus dem Ausland viel Kritik an der Corona-Politik der Schweden gegeben. Ich möchte mich explizit nicht einreihen. Wenn die Pandemie uns wirklich noch bis zu zwei Jahre lang begleiten sollte, was dieser Tage von Wissenschaftlern zu hören war, dann ist man gut beraten, einen Weg zu finden, die Bevölkerung möglichst ohne Zwang auf die veränderte Situation einzustimmen. Nur wenn eine Gesellschaft die Sinnhaftigkeit solcher Maßnahmen akzeptiert, wird sie sie auch mittragen. Spätestens seit der Einführung der Maskenpflicht hierzulande habe ich den Eindruck, dass sich viele Menschen innerlich „ausgeklinkt“ haben. Ich befürworte das Tragen einer Schutzmaske ausdrücklich dort, wo man den erforderlichen Abstand zum Infektionsschutz nicht einhalten kann, zum Beispiel in Bussen und Bahnen. Das Miteinander hat sich seitdem geändert und die Abstände werden oft nicht mehr eingehalten. Das Leben wird (noch) anstrengender. Man kann und sollte den Druck auf die Bevölkerung nicht unnötig erhöhen - die meisten sind auch so schon physisch und psychisch an der Belastungsgrenze.

Da tat es gut, dem schwedischen Ministerpräsidenten Stefan Löfven in seiner Ansprache zum ersten Mai zuzuhören, wie er die Schweden auf ein Miteinander und auf die Verantwortung jedes Einzelnen für sein Land einschwört. Für unsere Ohren klingt das etwas pathetisch und ungewohnt, aber er spricht von Geboten, nicht von Verboten. Wenn ich das Gefühl einer Wahl habe, kann ich mich frei für die Gemeinschaft entscheiden, Verbote provozieren Widerspruch. Die mündigere und freiere Gesellschaft ist im Moment deutlich die schwedische.

Ich hoffe inständig, dass das Kalkül der schwedischen Gesundheitsbehörde aufgeht und sie die Freiheit nicht mit einer zu hohen Sterblichkeit bezahlen.

Schwedisches Frauenteam beim Volvo Ocean Race

Foto: Rick Tomlinson/ Team SCA

 

Seit dem 4. Oktober 2014 wird zum 12. Mal die längste und härteste Segelregatta der Welt ausgetragen - das Volvo Ocean Race.

Dieses Mal ist nach 13 Jahren wieder ein reines Frauenteam dabei. Das Team SCA wird vom schwedischen Hygieneartikelhersteller SCA (Svenska Cellulosa Aktiebolaget) finanziert. Es ist das erste Mal, dass die Frauen die absolut gleichen Bedingungen vorfinden wie die Männer. Das hat etwas mit der Entwicklung des Rennens zu tun.

 

1973/74 starteten erstmals 17 Yachten von Portsmouth aus zum Whitbread Round the World Race, einem Etappenrennen um die Welt. Damals waren es noch Fahrtenyachten aus Serienproduktion. Seitdem hat sich viel getan. Seit langem schon ist die Regatta kein Amateurrennen mehr, sondern ein kommerzielles Ereignis mit Profi-Seglern und Hightech-Yachten. 1997 stieg Volvo als Sponsor ein, weshalb das Ganze inzwischen einen leichten Schwedenbezug hat - dieses Jahr besonders, da der Zielhafen im Juni Göteborg sein wird. Seit 2002 hat Volvo alle Sponsorenrechte übernommen und die cirka 45.000 Kilometer lange Regatta heißt The Volvo Ocean Race.

 

Bei der aktuellen Ausgabe starteten zum ersten Mal sieben absolut identische Boote, die Volvo-Ocean-Race-65-Klasse, 20,37 Meter lang, alle von derselben Werft (Greenmarine) in Southampton gebaut. Durch die Einheitsklasse sollen die Kampagnen kostengünstiger und die Sicherheit erhöht werden. Bisher war der finanzielle Rahmen der einzelnen Kampagnen entscheidend für die Qualität der Ausrüstung und der Segler, die man verpflichten konnte. So spielte Geld eine maßgebliche Rolle in dem Rennen, das einmal als Amateurregatta begonnen hatte. Die Frauenteams, die bisher teilgenommen haben - es waren nur 4 in 40 Jahren, hatten leider nie vergleichbare Mittel wie die Männer. So segelte die Frauencrew auf Amer Sports II 2001/02 mit dem Trainingsboot der Amer Sports Kampagne. Durch die beim aktuellen Rennen eingeführte Einheitsklasse mit absolut identischer Ausrüstung, einer topgeschulten, in langer Vorbereitungszeit ausgewählten Crew und der Kompensation der physischen Überlegenheit der Männercrews (die Frauen segeln mit 11, die Männer mit 8 Personen Crew) hat das Frauenteam eine reelle Chance.

 

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Mit der M/S Diana per Livestream durch den Götakanal

 

Eine wunderschöne Möglichkeit, ein bisschen schwedisches Sommergefühl zu erleben, auch, wenn man gerade nicht selbst in Schweden sein kann, bietet im Moment der schwedische Privat-Fernsehsender TV4. Er begleitet das Götakanal-Fahrgastschiff M/S Diana auf seiner Tour von Stockholm nach Göteborg. Nachdem das Format im letzten Jahr schon einmal sehr erfolgreich gelaufen war, hat man sich entschlossen, es diesen Sommer zu wiederholen.

 

Die Fahrt der 1931 gebauten Diana durch das "Blaue Band Schwedens" dauert sechs Tage und führt von Ost nach West einmal quer durch das Land. Der eigentliche Götakanal ist dabei nur ein Teil des Weges. Er erstreckt sich von Mem im Osten bis Sjötorp am Vänersee, wurde 1832 eröffnet, ist 190,5 Kilometer lang und überwindet mit 58 Schleusen einen Höhenunterschied von 91,5 Metern. Zusammen mit dem Trollhättekanal und dem Götaälv bildet er eine 390 Kilometer lange Wasserstraße, die Ostsee und Kattegatt miteinander verbindet.

 

Seit gestern früh um 10 Uhr überträgt TV4 mit vier Kameras live von der Diana. Sie können per Stream auf TV4play (den Link finden Sie unten) oder via AppleTV dabei sein. Am Dienstag, 5. August, um 16 Uhr endet die Fahrt in Göteborg - bis dahin wird rund um die Uhr live übertragen.

 

Nachdem es gestern Morgen eine Verzögerung durch ein Motorproblem gegeben hatte, konnte es mit einigen Stunden Verspätung losgehen. Die Zeit, bis die Ersatzteile von der Werft da und eingebaut waren, wurde mit schwedischer Ruhe und Gelassenheit überbrückt. Man sah Live-Bilder vom Stockholmer Hafen, konnte die Mechaniker bei der Arbeit beobachten und dem tiefenentspannten Kapitän Per Skårstedt beim Warten zusehen. Von einem Reporter auf die "Dramatik" der Motorhaverie angesprochen, meinte er, er wisse nicht, ob das Wort in diesem Zusammenhang passen würde. Das nachts von der Werft angefertigte Ersatzteil würde jetzt abgeholt und eingebaut und dann würde man halt ein wenig später als geplant ablegen. Absolut kein Problem! Spätestens da wusste ich, warum der Sender das Format "Slow-TV" nennt. Entschleunigung pur, das ist es wirklich.

 

In diesem Moment, während ich den Artikel schreibe, ist die Diana in Söderköping angekommen und wird gerade geschleust. Das Schreiben dauert heute etwas länger, weil ich immer wieder auf den Fernseher schauen muss (wir haben AppleTV). Die Strecke, die die Diana gerade fährt, kenne ich gut - ich bin schon einmal mit dem Segelboot von Stockholm bis Motala mitgefahren und wir haben schon oft am Kanal Urlaub gemacht. Da kommen schöne Erinnerungen hoch und der feste Vorsatz, so bald wie möglich wieder einmal hinzufahren - ob auf dem Kanal oder daran entlang - mal sehen.

 

Mir hat das Blogartikel-Schreiben dieses Mal besonders viel Spaß gemacht. Ich hoffe, Sie haben genauso viel Freude am Zuschauen wie ich. Und vielleicht bekommen Sie ja Lust, auch einmal mit den Götakanal-Booten zu fahren?


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Stockholmer "Bilder der Gegenwart"

Derzeit gibt es eine interessante Foto-Ausstellung im Stockholms läns museum in Nacka, dem Museum für Geschichte, Kulturerbe und Kunst der Region Stockholm.

Wenn Sie jetzt denken: "Stockholm? Da komme ich gerade gar nicht hin!" - nicht wegklicken! Die Ausstellung ist auch interessant, wenn man sie sich nicht vor Ort anschauen kann. Die Fotos kann man alle auch online ansehen - und das macht das Ganze so spannend, finde ich (ich komme nämlich auch gerade leider nicht nach Nacka).

 

Aber erst einmal ein paar Worte zum Ausstellungsprojekt Samtidsbild (Gegenwarts-Bild):

 

Im Herbst 2013 hatte das Museum einen Fotowettbewerb ausgeschrieben, bei dem die Bewohner des Großraumes Stockholm aufgerufen waren, eigene digitale Fotos in den Kategorien "Alltag", "Gesellschaftsentwicklung" und "Kommunikation" hochzuladen. Bis zur Deadline am 31.12.2013 gingen mehr als 1300 Fotos ein. Es wurden zwei Gewinner ermittelt, einer durch eine Jury und einer durch eine Publikumsabstimmung. Beide bekamen ein Preisgeld von jeweils 5.000 SEK (ca. 550 EUR).

 

 

 

Der Gewinner des Publikumspreises ist Daniel Ponce de Leon mit seinem Bild Prova på argentinsk tango (Probestunde in Argentinischem Tango), aufgenommen im Vergnügungspark Gröna Lund in Stockholm.

 

 

 

 

 

 

 

 


Quelle: Stockholms läns museum/ Samtidsbild/ Daniel Ponce de Leon


 

Den Preis der Jury hat John Arthur Ekebert mit Järngänget (Eine starke Gemeinschaft) gewonnen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Stockholms läns museum/ Samtidsbild/ John Arthur Ekebert

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SMS bei Herzstillstand

 

In Stockholm gibt es seit vier Jahren ein Projekt, bei dem ehrenamtliche Helfer per SMS benachrichtigt werden, wenn in ihrer Nähe jemand einen plötzlichen Herzstillstand erleidet.
Voraussetzung zur Teilnahme am Freiwilligen-Netzwerk zur Soforthilfe (SMSlivräddare = SMS-Lebensretter) ist ein Kurs in Herz-Lungen-Wiederbelebung und dass man mindestens 18 Jahre alt ist.


Wichtig beim plötzlichen Herzstillstand ist, dass die Patienten so schnell wie möglich Hilfe bekommen. Mit jeder Minute verringert sich die Chance zu überleben um 10%. Durch sofortige Herz-Lungen-Wiederbelebung kann die Zeit bis zum Eintreffen ärztlicher Hilfe überbrückt und Gehirnschäden können verhindert werden.

Das System der Freiwilligen-Hilfe beruht auf mobiler Ortserkennung per Handy. Diejenigen Helfer, die sich in der Nähe des Patienten befinden, bekommen erst einen automatischen Anruf, danach eine SMS mit der Ortsangabe.

Pro Jahr erleiden in Schweden rund 10.000 Menschen einen plötzlichen Herzstillstand, den nur etwa 500 überleben. Im Großraum Stockholm hat sich die Überlebenschance seit dem Projektstart von 5% auf 11% im letzten Jahr erhöht.

Mittlerweile haben sich 11.600 Menschen dem Freiwilligen-Netzwerk in der Hauptstadt angeschlossen. Die Initiatoren des Projektes (Södersjukhuset und Karolinska Institutet) hoffen, dieses auf ganz Schweden ausweiten zu können. Entsprechende Anfragen gab es bereits.

Das SMS-System soll demnächst noch um die Information über den nächstgelegenen Defibrillator erweitert werden. In Schweden gibt es flächendeckend öffentlich zugängliche sogenannte Laiendefibrillatoren. Bei uns findet man inzwischen auch schon einige davon in großen Firmen, auf Flughäfen oder Bahnhöfen. Leider sind sie aber (noch?) nicht so verbreitet wie in Schweden.

 

Links:

 

auf Deutsch:

www.sverigesradio.se/sida/artikel.aspx?programid=2108&artikel=5853552

 

auf Schwedisch:

www.smslivraddare.se/

 

Übersichtskarte der Laiendefibrillatoren in Schweden:

www.hjartstartarregistret.se/

Schwedische Autoren auf der Leipziger Buchmesse

 

Heute habe ich einen Tip für die Literaturfans unter Ihnen: seit heute Morgen um 10:00 Uhr hat die Leipziger Buchmesse für Besucher geöffnet. Bis zum Sonntagabend können Sie die Stände von 2194 Ausstellern aus 42 Ländern auf einer Fläche von 84.500 Quadratmetern besuchen - also eigentlich die besten Voraussetzungen, um einen Buchfan glücklich zu machen! Parallel dazu laufen das Festival "Leipzig liest" und die Leipziger Antiquariatsmesse (mit immerhin zwei schwedischen Antiquariaten - aus Ystad und Malmö).


Dieses Mal sind auch wieder einige schwedische Autoren dabei: Håkan Nesser, Jenny Jägerfeld, Elisabeth Åsbrink, Martin Widmark und Rose Lagercrantz. Sie finden sie im Nordischen Forum in Halle 4, C304, zusammen mit anderen Schriftstellern, Verlagen und Gästen aus dem Norden.

 

Da Finnland in diesem Jahr Gastland auf der Frankfurter Buchmesse sein wird, sind schon in Leipzig viele finnische Schriftsteller vertreten. Zur finnischen Literatur gehört natürlich auch finnlandschwedische Literatur, was dieses Buchjahr auch für mich spannend macht. Natürlich sind auch dänische, norwegische und isländische Schriftsteller dabei.

 

Am Freitag, 14. März, ab 19:00 Uhr findet die 9. Nordische Literaturnacht im Kulturzentrum naTo statt, diesmal mit zwei schwedischen Autoren:

 

Um 20:00 Uhr liest Elisabeth Åsbrink aus "Und im Wienerwald stehen noch immer die Bäume" und Håkan Nesser stellt um 23:30 Uhr sein neuestes Buch "Himmel über London" vor.

 

Hier wie immer eine kleine Linksammlung, damit Sie sich zusätzlich informieren können:

 

Informationen zu Öffnungszeiten, Programm und Ticketpreisen finden Sie auf:

- www.leipziger-buchmesse.de

- www.leipzig-liest.de

- www.abooks.de (Leipziger Antiquariatsmesse)

 

Zu den schwedischen/ nordischen Schriftstellern auf der Buchmesse:

- die Website der Schwedischen Botschaft in Berlin

  mit einem Programmflyer (Programm plus Kurzbeschreibung aller teilnehmenden nordischen Autoren)

- die Website der Nordischen Botschaften

 

Wenn Sie sich allgemein über schwedische Literatur informieren möchten, finden Sie verschiedene Informationsbroschüren (auf Deutsch, vom Schwedischen Institut) auf der Seite www.sweden.se zum Download (als PDF):

- Moderne schwedische Literatur

- Kinderliteratur

- August Strindberg

 

Zum Schluss noch etwas in eigener Sache: wie Sie vielleicht schon gesehen haben, habe ich meine Ankündigung wahr gemacht - Sie können meinen Blog jetzt per RSS-Feed abonnieren. Dazu klicken Sie bitte auf das RSS-Icon ganz rechts oben in der Kopfzeile des Blogs. Wenn es technische Probleme geben sollte, sagen Sie gerne Bescheid - ich versuche, sie zu lösen.

Ich freue mich über jeden Abonnenten!

Der Blog lebt noch - und jetzt gibt es auch ein passendes Twitterprofil...

 

In letzter Zeit habe ich meinen Blog ein wenig vernachlässigt. Das lag zum einen daran, dass es länger keine Nachrichten gab, die ich Ihnen hier anbieten wollte, zum anderen daran, dass ich Ende Januar mein Twitterprofil eingerichtet habe und das doch sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat (mehr als ich dachte...).


Aber jetzt hat sich das Ganze etwas eingespielt, und Sie können sich nun sozusagen zweigleisig über Schweden informieren: kurze, topaktuelle Informationen aus Schweden, größtenteils aus meinen Fachgebieten, finden Sie unter www.twitter.com/sveskript, oder, für die Twitterati unter Ihnen, @sveskript. Wenn Sie auf den kleinen, lustigen, blauen Vogel unten links auf dieser Seite klicken, landen Sie direkt auf meinem Twitterprofil. Auch hier auf meiner Website, direkt unter dem Piepmatz, werden immer die neuesten Tweets aus meinem Account angezeigt.

 

Hier im Blog werde ich Sie (jetzt wieder) regelmäßig etwas umfassender über Schweden informieren. Dazu versuche ich immer, Ihnen eine kleine Linksammlung zum Thema zusammenzustellen, damit Sie die Möglichkeit haben, ein bisschen weiter zu lesen.

 

Die Blogartikel werde ich immer auf Twitter ankündigen, wenn Sie mir dort also folgen, verpassen Sie nichts... Ich werde zusätzlich sehen, ob ich für den Blog noch einen RSS-Feed einrichten kann, damit diejenigen unter Ihnen, die nicht twittern, dem Blog folgen können. Mal sehen, was die Technik so hergibt!

 

Soweit erstmal von mir, bis bald hier auf meinem Blog? Ich würde mich freuen!

 

Schwedisches Design im Museum für Völkerkunde Hamburg

 

Ab heute um 12 Uhr bis zum 27. April kann man sich die Ausstellung Jung. Innovativ. Genial. Preisgekröntes Schwedisches Design von "Ung Svensk Form" und "Design S" im Hamburger Völkerkundemuseum anschauen.

 

Erstmals werden die Preisträger der schwedischen Wettbewerbe Design S und Ung Svensk Form, die zu den renommiertesten Design-Awards Nordeuropas zählen, gemeinsam gezeigt. Beide Auszeichnungen werden alle zwei Jahre ausgeschrieben.

 

Gezeigt werden sechzig prämierte Objekte, die sich an den Kriterien Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein, Designstrategie und Innovation orientieren.

 

Traditionell werden die prämierten Arbeiten in einer Ausstellungstournee national und international gezeigt. Hamburg ist dieses Mal die erste Station außerhalb Schwedens. Schlusspunkt der Tournee wird im November Hongkong sein.

 

Öffnungszeiten und Ausstellungskataloge gibt es auf der Internetseite des Völkerkundemuseums.

 

2014 "Superwahljahr" in Schweden

 

Dieses Jahr wird in Schweden politisch sehr interessant: am 25. Mai findet die Europawahl statt und am 14. September werden der Reichstag, die Landtage und die Kommunalvertretungen gewählt.

 

Für alle, die sich grundlegend über das schwedische Regierungssystem informieren möchten, gibt es hier zwei Links:

 

www.sweden.se/other-languages/german/Regierung-high-resolution.pdf

 

www.regeringen.se/sb/d/9403

 

Gesellschaft für bedrohte Völker kritisiert Veranstalter in Umeå - schwierige Situation der Sami muss thematisiert werden

 

Die Gesellschaft für bedrohte Völker hat die Veranstalter in Umeå dazu aufgefordert, auf die aktuelle Situation der Sami in Nordschweden einzugehen und ihnen im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres Raum für Kritik zu geben.

 

Es sei sehr begrüßenswert, dass die Kultur der Sami einen Schwerpunkt des Programms ausmachen solle, aber es müsse unbedingt darauf hingewiesen werden, dass der Eisenerzbergbau in der Region dabei ist, die Kultur und die traditionelle Lebensweise der Sami zu zerstören.

 

Link zur Pressemitteilung

 

Umeå ist Kulturhauptstadt Europas 2014

 

Zusammen mit dem lettischen Riga ist Umeå dieses Jahr Europas Kulturhauptstadt.

 

Die in der nordschwedischen Provinz Västerbotten rund 600 Kilometer nördlich von Stockholm am Fluss Umeälven gelegene, mit rund 117.000 Einwohnern größte Stadt Nordschwedens, hat immer ein buntes und reiches Kulturleben. Schaut man sich den Veranstaltungskalender für das Kulturhauptstadtjahr an, bekommt man den Eindruck, dass die Stadt dieses Jahr kulturell regelrecht aus allen Nähten platzt.

Einen Schwerpunkt der Veranstaltungen wird die Kultur der Sami, der Urbevölkerung Nordschwedens, ausmachen.

 

Auch die Eröffnung des Kulturhauptstadtprogramms, die am Wochenende vom Freitag, 31. Januar bis Sonntag, 2. Februar stattfindet, hat die samische Kultur zum Thema.

 

Die Show "Burning Snow" gibt am Samstag um 17 Uhr offiziell - unter Mitwirkung von Kronprinzessin Victoria - den Startschuss zum Kulturhauptstadtjahr 2014. Die einstündige Show spielt sich auf und um den Fluss Umeälven ab, im Stadtzentrum direkt unterhalb des Rathausparks. Angekündigt ist ein Volksfest mit einer Choreografie aus Licht, Musik, Gesang und Bewegung.

Wie das gesamte Kulturhauptstadtjahr steht auch das Eröffnungswochenende unter dem Motto Mitmachen und Mitgestalten.

 

Informationen zu Umeå auf Deutsch samt Veranstaltungskalender auf Englisch gibt es auf den Websites www.visitumea.se/de sowie www.visitsweden.com/schweden/. Einen deutschsprachigen Veranstaltungskalender scheint es leider nicht zu geben.

 

Mehr Informationen auf Englisch: www.umea2014.se/en. Dort finden sich auch Broschüren auf Deutsch zum Herunterladen. Leider etwas versteckt: klickt man auf die Flagge rechts oben auf der Seite, öffnet sich ein Dropdownmenü. Unter "Info in other languages" wird man fündig...

 

So, jetzt wünsche ich viel Spaß, beim Mitmachen während eines Besuchs in Umeå dieses Jahr oder beim virtuellen "Schnuppern".